Folgen der OP

 

 

 

 

Welche Folgen hat der Kehlkopfverlust?

 

Die operative Entfernung des Kehlkopfes hat zwei wesentliche Auswirkungen:

 

Die Atmung erfolgt nicht mehr durch die Nase und/oder den Mund, sondern durch eine über dem Brustbein angelegte Halsöffnung (= Tracheostoma). Der Luftröhrenausgang wird nach vorne an den Hals verlegt, weil der Kehlkopf als Weichenstellung zwischen Luft- und Speiseröhre nun fehlt.

 

Die natürliche Stimme geht verloren, weil mit dem Kehlkopf auch die Stimmbänder entfernt worden sind und  die Atemluft nicht mehr zum Sprechen zur Verfügung steht.

 

An den neuen Atemweg gewöhnen sich die Kehlkopflosen recht schnell; schwieriger und langwieriger ist dagegen das Erlernen der Ersatzsprache, der sogenannten Ruktus- oder auch Oesophagussprache.

 

Wichtig ist, dass die Versuche auch bei anfänglichen Misserfolgen nicht aufgegeben werden. Einmal mehr und hier erst recht gilt: Gut Ding will Weile haben! Es lohnt sich, durchzuhalten!

 

Funktion der neuen Stimme

 

Die zum Sprechen benötigte Luft muss vorher „geschluckt“, besser: durch bestimmte Verformungstechniken des Mundraumes (Erzeugen von Unterdruck) „eingesaugt“, im oberen Bereich der Speiseröhre deponiert und kontrolliert wieder ausgestoßen werden. Dabei kann ein Ton erzeugt werden, der durch Verformung des Schluckmuskels und mit Unterstützung des Zwergfells noch verstärkt bzw. moduliert werden kann. Die anderen Sprach-Modulationswerkzeuge, Mundraum, Gaumen, Zunge, Zähne oder Lippen, sind ja in der Regel nicht beeinträchtigt.

 

Zu Beginn hört sich die Stimme an wie Rülpsen und eigentlich ist es das ja auch. Wegen der wenigen zur Verfügung stehenden Luft kommt es überdies zu vielen Sprechpausen. Mit der Zeit kann die Stimme aber so gut kultiviert werden, dass sie zwar heiser, aber doch wie eine natürliche Stimme klingt. Flüssig ist die Sprache dann, wenn die eingesaugte Luft so lange hält, dass die gewöhnlichen Satzpausen zum Einsaugen neuer Luft ausreichen. Das Atmen sollte beim Sprechen möglichst unterbleiben oder flacher werden, damit die Stimme nicht durch Atemgeräusche übertönt wird. Guten Ruktus-Sprechern gelingt es sogar, ihre Stimme zu heben oder zu senken.

 

Alternativen

 

elektronische Sprechgeräte

 

das sind externe Tonerzeuger, die außen an den Hals gedrückt werden. Der auf Knopfdruck erzeugte Schall wird in den Mundraum geleitet und kann dort zur Sprache moduliert werden. Jede „künstliche“ Ersatzstimme ist monotoner als die natürliche.

 

Stimmprothesen

 

Sie sind ein Hilfsmittel, die nach einer Laryngektomie den Betroffenen das Sprechen ermöglichen. Stimmprothesen stellen eine Verbindung zwischen Luft- und Speiseröhre her. Diese Verbindung ermöglicht es, die zum Sprechen benötigte Luft, durch Verschließen der äußeren Öffnung des Tracheostomas in den Rachenraum zu drücken. Das Verschließen erfolgt entweder mit einem Finger oder durch ein Sprechventil. Im Rachenraum erfolgt dann die Stimmbildung. Was als Tracheo-ösophageale Fistel eine Erkrankung ist, wird hier operativ herbeigeführt. Um zu verhindern, dass aus der Speiseröhre Speichel, Flüssigkeiten und feste Nahrung in die Lungen gelangen kann, hat die Prothese eine Verschlussklappe auf der Speiseröhrenseite.

 

Weitere Informationen dazu findet Ihr auf der Seite 

 

http://stimmprothese.com/